Ahoi Leute!
Zunächst einmal: Wer mag, kann HIER nachverfolgen, was ich für tolle Abenteuer mit meinem Visa-Antrag erleben konnte.
Es ist ziemlich kalt geworden in den letzten Tagen. Die Häuser hier sind nicht so gut isoliert wie in Kartoffelland und ich bin echt froh, dass ich mir einen Pullover und dicke Strümpfe mitgebracht habe.
Großartig mit neuen Bildern kann ich euch gar nicht zuballern; ich hatte heut nämlich meine Kamera nicht dabei, was ich ein bisschen schade finde. Es sind nämlich ein paar lustige Sachen passiert.
Ich war mit Peggy und ihrer Tocher Rafaela Sophia in der Stadt unterwegs zum Einkaufen und um ein paar Dinge zu erledigen. Da morgen die Wahl ansteht, läuft der Wahlkampf auf Hochtouren. Es ging gar nicht! An jeder Ecke standen Leute herum, die Parteifahnen schwenkten und alle drei Minuten fuhr ein zugeklebtes, mit Fahnen behangenes Auto an mir vorbei. Aus Lautsprecherboxen dröhnte ohrenbetäubende Wahlpropaganda, dass ich mich nicht mehr mit meinem Gegenüber unterhalten konnte.
Wir haben ein paar Geschäfte abgeklappert und sind gerade in einem Schreibwarenladen (uma papelaria) und auf einmal kommt der Spitzenkandidat der Grünen Partei (Partido Verde) für die Region reinmaschiert, zwingt uns seine schmierigen Hände zu schütteln, erzählt uns was von: „Lasst uns gemeinsam für unsere Stadt kämpfen!“ oder so, drückt uns noch ein paar Blätter mit Wahlpropaganda in die Pfoten und verzieht sich ins nächste Geschäft. Unterunterbrochenes starres Grinsen, nebenbei bemerkt.
Zunächst einmal: Wer mag, kann HIER nachverfolgen, was ich für tolle Abenteuer mit meinem Visa-Antrag erleben konnte.
Es ist ziemlich kalt geworden in den letzten Tagen. Die Häuser hier sind nicht so gut isoliert wie in Kartoffelland und ich bin echt froh, dass ich mir einen Pullover und dicke Strümpfe mitgebracht habe.
Großartig mit neuen Bildern kann ich euch gar nicht zuballern; ich hatte heut nämlich meine Kamera nicht dabei, was ich ein bisschen schade finde. Es sind nämlich ein paar lustige Sachen passiert.
Ich war mit Peggy und ihrer Tocher Rafaela Sophia in der Stadt unterwegs zum Einkaufen und um ein paar Dinge zu erledigen. Da morgen die Wahl ansteht, läuft der Wahlkampf auf Hochtouren. Es ging gar nicht! An jeder Ecke standen Leute herum, die Parteifahnen schwenkten und alle drei Minuten fuhr ein zugeklebtes, mit Fahnen behangenes Auto an mir vorbei. Aus Lautsprecherboxen dröhnte ohrenbetäubende Wahlpropaganda, dass ich mich nicht mehr mit meinem Gegenüber unterhalten konnte.
Wir haben ein paar Geschäfte abgeklappert und sind gerade in einem Schreibwarenladen (uma papelaria) und auf einmal kommt der Spitzenkandidat der Grünen Partei (Partido Verde) für die Region reinmaschiert, zwingt uns seine schmierigen Hände zu schütteln, erzählt uns was von: „Lasst uns gemeinsam für unsere Stadt kämpfen!“ oder so, drückt uns noch ein paar Blätter mit Wahlpropaganda in die Pfoten und verzieht sich ins nächste Geschäft. Unterunterbrochenes starres Grinsen, nebenbei bemerkt.
![]() |
| Genau der Typ. Grins! |
Da ich selbst in einer sozialistischen Partei in Kartoffelland Mitglied bin, musste ich mir vorstellen, wie ich happy-smiley-mäßig die Hände der Leute abschüttelnd durch die Magdeburger Innenstadt laufe und bin entsprechend aus dem Feiern nicht mehr heraus gekommen. Ich bin gerade einmal dabei das politische System Brasiliens zu erfassen. Soviel habe ich schon einmal mitbekommen: Die Leute bekommen Geld von den Parteien, wenn sie den ganzen Tag lang mit einer Fahne an der Straße stehen und wedeln oder sich ihr Haus oder Auto mit Wahlpropaganda zukleistern. Das bedeutet, sie müssen schonmal keine Parteimitglieder sein. Ich schlussfolgere daraus, dass die Grüne Partei vor Ort recht wohlhabend ist. Irgendwie vermisse ich spezifische Inhalte. Was ich aus dem Wahlprogramm erschließen kann, das ich bekommen hatte, - nebenbei sei bemerkt, dass ich noch recht schlecht im Portugisisch aufgestellt bin - ist, dass sie irgendwie ganz viel bauen und renovieren wollen: 266 Wohnhäuser, 51 km Straße und was weiß ich alles. Das schafft dann irgendwie Arbeitsplätze und so und macht die Stadt schicker. So ungefähr wie die SPD in meiner Heimatstadt Magdeburg. Soziale Themen hingegen vermisse ich auf dem Papier. Naja, jedenfalls steht die Partei ihrem deutschen Equivalent in Sachen Widersprüchlichkeit um nichts nach: Irgendwas von Umwelt erzählen und dann alles auf- und abreißen und mit Beton zuschütten. Und jetzt alle: Mundwinkel nach oben, während der Rest eures Gesichts starr und ausdruckslos bleibt und zehn Minuten so halten!
Kleiner Grusel-Fact nebenbei: Der Spitzenkandidat der Sozialistischen Partei, Eduardos Campos, ist vor ein paar Monaten mit einem Flugzeug abgestürzt und samt allen Insassen ums Leben gekommen. Ganz klarer Fall von tragischem Unfall; hat bestimmt nichts mit den Wahlen zu tun! Wen es interessiert, die News dazu: HIER
Großartig mit neuen Bildern kann ich euch nicht zuschütten, aber vielleicht reizt euch ja die ein oder andere Anekdote aus meiner Arbeitswelt.
Zur Zeit kann man mich Nachmittags oft mit einem Baby auf dem Arm beobachten. Es gibt nämlich ein kleines Mädchen, welches gerade einmal seit zwei-einhalb Wochen im CREAR ist und stark auf mich fixiert ist. Ich brauche nur einmal rausgehen, um das Essen abzuholen, da fängt sie an zu heulen und glaubt wahrscheinlich, ich haue jetzt für immer ab (wie ein Hund :-P ). Das Problem: Sie heult und brüllt auch, wenn ich anwesend bin, sie jedoch nicht gerade auf dem Arm habe. Das ist ihr Ding: getragen zu werden. Da fährt sie voll drauf ab. Es ist dann oft so, dass sie zu meinen Füßen steht, den Kopf zu mir hochstreckt, übelstig verweint und verrotzt ist und wimmert; das heißt dann so viel wie: „Nimm mich endlich auf den Arm, WÄHHHH!" Sprechen kann sie noch nicht; gerade einmal ein wenig laufen. Natürlich nehme ich sie meistens auf den Arm. Sie ist ja noch ganz neu und braucht ganz viel Liebe und Zuwendung. Aber ich kann das halt nicht immer tun, weil ich mich ja auch um die anderen Kinder kümmern muss. Und manchmal natürlich um mich selbst. Einmal bin ich auf Klo gegangen. Als ich wiederkam war sie so dermaßen verweint und verrotzt, ihr hättet geglaubt, irgendjemand hat ihr sonst was angetan!
Manchmal experimentiere ich mit ihr. Schließlich muss sie auch lernen, sich mit den Spielzeugen und Dingen im Raum zu beschäftigen, meine ich. Deswegen habe ich mich einmal auf den Boden gesetzt und bin so auf die Ebene der Kinder gekommen. Da war sie erstmal völlig verdattert. Natürlich hat sie trotzdem gewimmert und versuchte an mir hochzuklettern und einen guten Platz zu ergattern. Das Problem: da war ein anderes älteres Kind auch scharf drauf und das war definitv stärker als sie. Natürlich war Platz für beide auf meinen Armen und Beinen, da hatten sie jedoch keinen Bock drauf. Jeder wollte mich für sich alleine haben. Kinder halt. Ich war dann schnell sowas wie ein Klettergerüst. It was pretty fun.
Ein andermal hatte ich sie gerade getragen, da wurde es allmählig Essenszeit und das bedeutet, dass die Kiddies nun alle Spielsachen ordentlich zurückräumen müssen. Das war voll lustig, ich habe die Kleine dann als so eine Art Kranarm benutzt. Wenn irgendwo ein Spielzeug herumlag, habe ich sie dahin gehalten und sie nahm es. Dann sind wir durch den Raum zum Spielsachenregal "geflogen" und dort lud sie es dann ab. Voll gut die Kleine! Kopf schütteln kann sie auch schon. Das bedeutet ungefähr so viel wie: „Nein ich will nicht damit spielen; ich will dass du mich trägst! WÄÄHHHHHH!“
Die kleine Maus war jetzt seit zwei Tagen nicht in der Einrichtung, weil sie krank ist oder so. Scheiße, irgendwie vermisse ich sie ein wenig. Ohne das Kindchenschema würden Krabben und Nackmulle diesen Planeten regieren; ich sag‘s euch, Leute!
Noch ein paar Bilder und Musik. Ich habe gerade ein bisschen Angst, mein Pulver schon so frühzeitig zu verschießen, aber heute gibt‘s einen der Größten! Und selbst hier in Brasilien super unbekannt. Paulinho Nogueira gehört auch zu den Gitarristen, die mich in ihrem Stil praktisch ziemlich beeinflusst haben! Das Video hier mit der schlechten Qualität ist recht bedeutend, weil er da bei der Wiederholung des Leitmotivs seine später ausgebaute Variation präsentiert und die besteht aus Sternenflimmern, Leute.
| Die hinteren Gruppenräume im CREAR |
| Der Kater macht sich Wasser heiß |

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen